European-American Evangelistic Crusades

             
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In Malcolm Smith's Buch "Blutsbrüder in Christus" schreibt der Autor:
 
"Wir können den Blutsbund nicht vermeiden. Er begegnet uns entweder direkt oder indirekt in jeder Geschichte und jedem Wunder der Bibel. Jede Hoffnung auf Erlösung, die wir haben, kann nur innerhalb des Rahmenwerks des Bundes verstanden werden. Auf welcher Grundlage hofft der sündhafte Mensch, sich Gott nähern und Annahme bei ihm finden zu können? Welche Dreistigkeit setzt uns den Gedanken in den Kopf, dass wir beten und eine Antwort erwarten dürfen? Ohne eine solide Grundlage wird Glaube zu nichts weiter als einer pathetischen Überheblichkeit, zu einem Glauben an den Glauben, was einem Sprung in die Bedeutungslosigkeit gleichkommt. Biblischer Glaube ist eine Erwiderung auf etwas, was Gott getan hat. Gott legt das Fundament, ergreift die Initiative – und der Glaube ist lediglich die Erwiderung des Menschen darauf. Es gibt ein solides Fundament, auf dem jede Verheißung und Hoffnung auf Erlösung ruht und gegen das jede Drohung und Warnung plastisch real wird. Dieses Fundament ist der Blutsbund. In seiner einfachsten Definition ist ein Blutsbund eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien. Doch er ist noch mehr als das, denn er ist die Vereinigung von zwei Parteien, in der alle Aktivposten, Talente, Schulden und Verbindlichkeiten gemeinsam besessen werden. Diese Vereinbarung der Einheit wird in sorgfältig definierten Gelöbnissen und Versprechen ausgearbeitet, die jede Partei der anderen macht."
 
Das Schlüsselwort im obigen Zitat ist das Wort Vereinigung. Ein Blutsbund ist die Vereinigung zweier Parteien zu einer neuen Person. In dieser Vereinigung werden alle Aktivposten, Verpflichtungen und Ressourcen Gemeinschaftsgut der beiden Parteien. Es ist ein Austausch von Leben. Die einzige Sache, die eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Blutsbund hat, ist die Institution der Ehe. Die Ehe ist ein Bund, in dem ein Mann und eine Frau „ein Fleisch“ werden (1. Mose 2:24). Unglücklicherweise hat dieser Bund heute in der westlichen Welt nur noch wenig Bedeutung, wo 50% aller Ehen mit einer Scheidung enden. Der Begriff "Blutsbund” ist von dem hebräischen Wort "berith" abgeleitet, was bedeutet „einen Bund schließen durch Schneiden, wobei Blut fließt.“ Der Akt des Schließens eines Blutsbundes wird gewöhnlich als „den Bund schneiden“ bezeichnet.
 
Eine Reihe von Ereignissen wird in Gang gebracht wenn zwei Personen beschließen, einen Blutsbund einzugehen. Es ist die zum Blutsbund gehörige Zeremonie und sie wird als ein äußerst ernstes und feierliches Ereignis betrachtet.
 
Ein Tier wird geopfert, gewöhnlich ein Stier, eine Ziege oder ein Lamm. Das Tier wird getötet und mittig in zwei
Stücke zerteilt. Die beiden Hälften werden getrennt, wobei sich zwischen ihnen eine Blutlache bildet.
 
Der Austausch von Mänteln. Jede Partei zieht ihren Mantel aus, das Zeichen der Identität und Autorität des
Stammes, und gibt ihn dem anderen. Dadurch sagen beide: „Alles was ich bin und alles was ich repräsentiere
gehört nun dir."
 
Der Austausch des Waffengürtels: Jede Partei legt ihren Waffengürtel ab, was ihr Schwert und ihren Bogen
beinhaltet. Diese Waffengürtel werden ausgetauscht und dadurch erklärt jede Partei der anderen: “All meine
Stärke gehört nun dir. Meine Feinde sind nun auch deine Feinde." Das bedeutet: Wenn ein Feind mich angreift
dann hat mein Blutsbruder nun die Verantwortung, mich genauso zu verteidigen, wie er sich selbst verteidigen
würde.
 
Der Austausch von Namen: Jede Partei nimmt den Namen des anderen an. Der Name einer Person repräsentiert
ihre Individualität. Dieser Austausch der Namen demonstrierte den Tod des bisherigen Individuums. Erinnere dich:der Bund ist die Vereinigung zweier Personen. In einem Bund kümmerst du dich nicht mehr länger allein um dich
selbst. Deine Sorge schließt nun deinen Partner im Blutsbund mit ein. Du kümmerst dich um ihn genauso wie um
dich selbst, weil ihr beide nun Eins seid.
 
Der Weg durchs Blut: Jede Partei geht einen Weg in Form einer “8” durch die Hälften der geschlachteten Tiere
hindurch und stoppt dann mitten in der Blutlache um die Segnungen und Flüche des Bundes auszusprechen. Die
Flüche sollen auf dem lasten, der den Blutsbund bricht. Das soll im Grunde besagen: „Wer diesen Bund bricht
soll sterben so wie dieses Tier gestorben ist." Es wurde auch ein Gelöbnis abgelegt, das besagte: „So wie dieses
Tier sein Leben gelassen hat, so werde ich, falls nötig, mein Leben für dich lassen."
 
Das Schneiden des Bundes: Ein Messer wird benutzt um entweder in den Handflächen oder an den
Handgelenken jeder Partei einen Einschnitt zu machen. Das geschieht, damit das Blut frei fließen kann. Die Bibel
lehrt, dass das Leben im Blut ist. Die beiden Parteien schütteln sich dann die Hände, wobei das frei fließende Blut
sich vermischen kann. Das symbolisierte, dass das Blut und die beiden Leben nun zu einem Blut und einem
Leben vereint worden sind. In einigen Kulturen wurde das Blut jeder Partei in einen Kelch mit Wein gemischt.
Jeder trank dann aus dem Kelch um ihre Einheit zu demonstrieren. Die tatsächliche Praxis des „Schneidens des
Bundes“ variiert in ihren Methoden abhängig von der jeweiligen Kultur. Nach Beendigung dieses Ereignisses
wurde eine Substanz in die Wunden gerieben, damit diese niemals sauber verheilen würden. Das geschah damit
ein dauerhaftes Zeichen zurückbleiben würde. Wohin auch immer diese Personen gehen würden, würde man sie
durch das sichtbare Merkmal an ihrem Körper als „Bundespersonen“ identifizieren können.
 
Das Bundesmahl: Dieses Mahl bestand gewöhnlich aus Brot und Wein. Jede Partei fütterte die andere und
machte damit deutlich „Alles was ich bin kommt in dich hinein.“ Das Bundesmahl beendete gewöhnlich die
Zeremonie des Blutsbundes. An diesem Punkt war eine neue Beziehung geboren. Es ist eine Liebesbeziehung.
Diese Art von Liebe heißt im Hebräischen "Hesed" und im Griechischen "Agape“. Es ist eine Liebe, die sagt: “Ich
werde dich nie verlassen noch versäumen."
 
Die folgende Illustration hilft dem Leser, die bindenden Konditionen eines Blutsbundes besser zu verstehen. Nehmen wir einmal an, ich würde mich mit einem Freund namens Martin zum Essen im Restaurant verabreden. Wir treffen uns und genießen ein wunderbares Essen. Als wir gehen wollen bemerke ich plötzlich, dass ich meine Geldbörse vergessen habe und gar kein Geld dabei habe, um meine Rechnung zu bezahlen. Ich schaue herüber zu Martin und sage: “Na, so etwas. Ich habe gar kein Geld bei mir. Kannst du mir bis morgen dreißig Euro leihen?" Martin, der ein enger Freund ist, sagt: „Natürlich, kein Problem."
 
Nun lasst und weiter annehmen, Martin und ich finden, dass wir doch eine ganz besondere Beziehung haben und entschließen uns zu einem Blutsbund. Wir sind nun in einer Vereinigung verbunden als Blutsbrüder. Wir treffen uns in demselben Restaurant und essen zusammen. Als wir gehen wollen, stelle ich wieder fest, dass ich meine Geldbörse vergessen habe und meine Rechnung nicht bezahlen kann. Ich schaue herüber zu Martin und sage: “Na, so etwas. Ich habe gar kein Geld bei mir. Martin, gib’ mir deine Geldbörse." Martin würde dazu normalerweise sagen: "Du Banause! Wenn du freundlich fragen würdest, würde ich dir ja geben, was du brauchst." Aber – er würde das jetzt nicht sagen. Warum? Weil er den Bund versteht und weiß, dass alles, was er hat, mir gehört und dass alles, was ich habe, ihm gehört. Wir sind nicht mehr zwei Einzelpersonen, sondern ein neuer Mensch. Wir teilen alle Aktivposten, Verbindlichkeiten und Ressourcen. Nun, dieses Konzept erscheint sehr radikal, doch das ist lediglich deshalb so, weil wir in Amerika und Europa nicht so vertraut mit den Merkmalen des Bundes sind. Behalte dieses Beispiel im Sinn.
 
Die folgende Geschichte handelt von den großen Taten zweier berühmter britischer Missionare namens Stanley und Livingstone, die von Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts den Kontinent Afrika bereisten. Die Geschichte handelt eigentlich von Stanley. Sie illustriert wie ein Blutsbund selbst eine hoffnungslos feindselige Situation heilen kann. Ob wir es erkennen oder nicht: eine „feindselige“ Situation bestand auch zwischen dem Menschen und Gott. Im Garten Eden rebellierte der Mensch gegen Gottes offenbarten Willen. Wo einst eine Liebesbeziehung bestanden hatte, traten ewiger Tod, Gericht und Trennung ein. Gottes Reaktion auf diese unannehmbare Situation war, einen Blutsbund zu schneiden, der die Feindschaft für immer beenden und ewige Versöhnung zwischen sich und die Menschheit bringen würde.
 
Stanley begann seine Missionsreise nach Afrika ohne Vorstellung von den Umständen und den seltsamen Gebräuchen, denen er begegnen würde. Direkt nach seiner Einreise nach Afrika geriet er in Schwierigkeiten mit verschiedenen afrikanischen Stämmen. Ein Häuptling im Besonderen war sehr entschlossen, dass Stanley verschwinden und nie wiederkommen sollte. Stanley hatte während seiner Reisen einen Führer und Berater, der mit den Bräuchen im Land vertraut war. Dieser schlug vor, Stanley solle einen „Blutsbund“ mit dem Häuptling schließen. Das erforderte eine Zeremonie, in der an den Handgelenken beider Männer Schnitte vorgenommen wurden. Blutstropfen beider Männer wurden in eine Art Getränk (entweder Wein oder Ziegenmilch) gemischt und beide tranken aus dem Kelch. Dann gaben sie einander die Hand, so dass sich das Blut aus ihren Wunden vermischen konnte. Das Trinken des mit dem Blut der beiden vermischten Weines und der Handschlag symbolisierten, dass die beiden Männer ein Blut, ein Leben und ein einziger neuer Mensch geworden waren. Eine Substanz wurde in die Wunden gerieben, die so ein dauerhaftes Zeichen an der Stelle zurücklassen würden, wo der Schnitt gemacht worden war. Wo auch immer diese Männer hingingen trugen sie dieses “Zeichen des Bundes“. Von diesem Zeitpunkt an wurden die beiden Männer als “Blutsbrüder“ betrachtet. Die Zeremonie wurde abgeschlossen durch einen Austausch von Geschenken von großem Wert. Der Häuptling wollte von Stanley die Ziege haben, die dieser besaß. Da er unter einem Magenleiden litt, brauchte Stanley die Ziegenmilch und wollte die Ziege daher nicht hergeben. Doch der Führer überzeugte ihn davon, dass es weise wäre, die Ziege abzugeben. Im Austausch dafür gab der Häuptling Stanley seinen Speer, der einen großen Kupferring in der Nähe der Spitze aufwies. Stanley dachte bei sich: "Na großartig! Ich gebe meine einzige Quelle für Nahrung und Erleichterung her und alles was ich dafür bekomme ist dieser Speer!"
 
Zu dieser Zeit wusste Stanley noch nicht, dass dieser Häuptling das Oberhaupt des mächtigsten Stammes in ganz Afrika war – und dieser Mann war jetzt sein Blutsbruder. Bald entdeckte er, dass dieser Speer überall in Afrika sofort als „das“ Symbol von Autorität erkannt wurde. Ganze Stämme beugten buchstäblich ihre Knie davor. Dieser Speer war der Schlüssel, der ihm den ganzen Kontinent Afrika aufschloss! Jeder Stamm, der beschloss, sich Stanley zu widersetzen, wusste, dass er es mit diesem Häuptling zu tun bekommen würde, der Stanleys Blutsbruder war.
 
Stanley und Livingstone behaupteten, dass ihres Wissens auf dem Kontinent Afrika noch nie ein Blutsbund gebrochen worden war. Einen Blutsbund zu brechen machte dich zu einem verdammten Mann. Ein gebrochener Blutsbund hätte die eigene Familie des Verräters veranlasst, ihn zu jagen und zu töten. Was ich an dieser Geschichte so interessant finde ist der Aspekt der Versöhnung. Diese beiden Männer waren zunächst Feinde gewesen. Der Blutsbund machte sie zu hingegebenen Freunden.
 
Die beiden Parteien beim Schneiden des Bundes werden “Bundesoberhäupter” genannt. Der Bund bleibt in Kraft bis beide Bundesoberhäupter sterben. Wenn nur einer von beiden stirbt, wird der andere die Vorteile und Segnungen des Bundes auf die Familie des verstorbenen Bundesoberhauptes ausdehnen. Im Grunde verbindet ein Blutsbund nicht nur die beiden Bundesoberhäupter miteinander, sondern auch ihre Familien. Diese Tatsachen sollte man fest im Hinterkopf behalten wenn man die Realität unserer Erlösung in dem Neuen Bund in Christi Blut untersucht.
 
Mit Abschluss der Zeremonie werden die beiden Bundesoberhäupter „Freunde“ genannt. Das Wort „Freund“ ist ein Bundesbegriff, der in der heutigen englischen und deutschen Sprache total seine Bedeutung verloren hat. Wir sagen: „Ich denke, ich werde heute einen Freund zum Abendessen einladen“ oder „Ich möchte dich einem guten Freund von mir vorstellen“. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Freund“ trug mit sich die Vereinigung eines Blutsbundes. Das bedeutet nur sehr wenig in unserer Kultur. Dasselbe gilt für den Handschlag. Diese Handlung des Blutsbundes hat ihre wahre Bedeutung verloren. In unserer Kultur ist es zu nichts weiter als einer Geste geworden, in der es um Freundlichkeit oder Begrüßung geht. Wenn wir die wahre Bedeutung hinter dem Handschlag ernst nehmen würden, wären wir sehr vorsichtig mit seiner Verwendung. Mit diesen Tatsachen im Hinterkopf können wir nun besser verstehen, was Jesus in Johannes 15:13-15 sagte:
 
"Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe."
 
Die Jünger waren begeistert über die Worte, die Jesus hier gebrauchte. In diesem Teil der Welt und zu jener Zeit war der Blutsbund eine respektierte Institution. Als Jesus das Wort „Freund“ benutzte um seine Beziehung mit diesen Männern zu definieren, hatte das einen gewaltigen Einfluss auf ihr Leben. Das Wort „Freund“ wie Jesus es gebrauchte stand nicht für diese Mentalität „Jesus ist mein Kumpel“, die man heute in manchen Teilen der Gemeinde finden kann. Das Wort “Freund” wie es in diesem Vers verwendet wird bedeutete „Bundesfreund“ oder „Blutsbruder“. Es implizierte die Vereinigung zweier Personen in einem Blutsbund. Religiöse Lehre und die Abnützung der wahren Bedeutung von Bundesbegriffen wie „Freund“ durch unsere moderne Kultur bewirken, dass wir die Wichtigkeit dieser Schriftstelle wegdeuten. Die „Freundschaft“ über die Jesus in dieser Bibelstelle sprach, war nicht auf die Jünger beschränkt, sondern erstreckt sich auf alle, die Erlösung durch ihr Zeugnis empfangen – und das schließt uns ein.
 
Kürzlich hörte ich einem Seminar zu, das Malcolm Smith, der Autor des Buches „Blutsbrüder in Christus“ gab. Er sprach über das Thema des Blutsbundes und berichtete von einer Erfahrung, die er in Afrika machte. Er war dorthin gereist um evangelistisch zu arbeiten. Jemand bat ihn, zu einem Stamm Zulus zu sprechen, doch seine Zeit ließ das nicht zu. Statt direkt zu ihnen zu sprechen besprach Malcolm eine Kassette und lehrte über das Evangelium von Jesus Christus innerhalb des Rahmenwerks des Blutsbundes. Als afrikanischer Stamm waren die Zulus sehr vertraut mit dem Blutsbund, weil er Teil ihrer Kultur ist. Als diese Stämme das Evangelium als Blutsbund verstanden, begann Erweckung auszubrechen. Auf einer späteren Reise in dasselbe Gebiet erfuhr Malcolm zu seiner großen Überraschung, dass infolge seiner Kassette ganze Zulustämme in einigen Gebieten das Evangelium aufgenommen und Jesus Christus angenommen hatten. Was hatte in dieser Situation den Unterschied gemacht? Andere Missionare hatten bereits mit nur geringem Erfolg den Zulus das Evangelium verkündet. Das Evangelium im Rahmenwerk des Blutsbundes darzustellen war der Grund dafür gewesen, dass Malcolm erfolgreich war wo andere Missionare vor ihm versagt hatten. Es machte einen Riesenunterschied. Das Evangelium von Jesus Christus kann getrennt von einer Mentalität des Blutsbundes nicht vollkommen verstanden werden. Die ganze Botschaft des Evangeliums ist fest gegründet in der Terminologie des Blutsbundes. In diesem Bereich haben die Zulus gegenüber der Gemeinde im modernen Amerika oder Europa einen großen Vorteil.
 
In der modernen Gemeinde werden zwei Auffassungen bezüglich des Blutsbundes gelehrt. Das Verständnis, das wir uns bisher angeschaut haben, stammt aus der Kultur des Mittleren Ostens und stimmt mit den Lehren der Bibel überein. In den meisten unserer Priesterseminare wird jedoch eine andere Auffassung gelehrt. Ich bezeichne sie als die “westliche” Mentalität. Nach diesem westlichen Verständnis ist der Aspekt von zwei Personen, die zu einer Einheit werden und alle Aktivposten, Verbindlichkeiten und Ressourcen teilen nur sehr schwach betont oder gänzlich entfernt worden. Die meisten modernen theologischen Ausbildungsstätten lehren, dass der Blutsbund nichts weiter als ein Vertrag oder ein Abkommen zwischen zwei Personen ist. Wenn man diese Definition auf die Geschichte der Bibel anwendet, bekommt man ein vollkommen anderes Konzept von Gott. Diese Neudefinierung des Blutsbundes geschieht aus einem speziellen Grund. Die meisten unserer theologischen Ausbildungsstätten und Bibelschulen lehren eine „liberale“ Theologie, die Gottes Wunder wirkende Kraft für heute verleugnet oder minimiert. Einige gehen sogar so weit, dass sie authentische Wunder „Werke Satans“ nennen. In einem Bemühen, eine glaubwürdigere Erklärung dafür zu liefern, warum Gott heute nicht mehr so handelt wie er es zu biblischen Zeiten tat, werden einige Dinge einfach neu definiert. So soll die Gemeindeleitung von dem Druck befreit werden, erklären zu müssen, wieso sich Gott scheinbar irgendwie „verändert“ hat.
 
Wenn die Bedingungen für uns heute dieselben sind wie für die Urgemeinde (und das sind sie), dann müssen wir einen näheren Blick darauf werfen, was gelehrt wird und schließlich zu dem Schluss kommen, das wir falsch gelehrt wurden. Die Erfahrung zeigt uns, dass das Zugeben von Irrtümern nicht zu den Charakterzügen der meisten religiösen Führer gehört. Die Pharisäer zu der Zeit von Jesus gaben ihre falschen Überzeugungen selbst dann noch nicht zu, wenn sie von Angesicht zu Angesicht mit den Beweisen konfrontiert wurden! Dieselbe geistliche Arroganz gibt es auch heute noch – es hat sich nur wenig verändert außer den Namen.
 
Unser Glaube ist das unglückliche Opfer der “westlichen” Interpretation dessen, was ein Bund ist. Glaube ist einer der kritischsten Bereiche im Leben des Gläubigen. Die Bibel sagt, dass es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen (Hebräer 11:6). Die Bibel stellt drei Mal fest, dass “der Gerechte durch Glauben leben wird” (Römer 1:17, Galater 3:11, Hebräer 10:38). Niemand kann errettet werden ohne Glauben und niemand kann irgendetwas von Gott empfangen, wenn er nicht im Glauben bittet (Jakobus 1:6-8). Lasse nicht zu, dass dir irgendjemand weismacht, das Thema persönlichen Glaubens sei nicht wichtig. Es ist der entscheidende Faktor zwischen Himmel und Hölle, Leben und Tod für den Christen. Es ist kein Wunder, dass Satan dieses so überaus wichtige Thema als Angriffsziel für einige der überzeugendsten Verführungen angepeilt hat, die in religiösen Lehren zu finden sind.
 
Ein korrektes Bundesverständnis ist entscheidend, weil unser Glaube direkt daran gebunden ist. Unsere Vorstellung von Gott und unser Glaube an das, was er für uns tun wird, stehen in direktem Bezug zu unserem Verständnis des Blutsbundes. Wie wir bereits gesehen haben basierte Abrams Glaube auf einem Blutsbund, den Gott initiiert und an den er sich gebunden hatte. Im Römerbrief wird Abraham “der Vater aller Gläubigen" genannt (Römer 4:11). Wenn man das Leben Abrahams tiefgehend studiert, stellt man fest, dass sein starker Glaube fest in diesem Blutsbund verwurzelt war, den Gott initiiert hatte. Unser Glaube als Christen sollte auch in einem Bund verwurzelt sein - dem Blutsbund von Jesus Christus (Lukas 22:20). Wenn unser grundlegendes Bundesverständnis falsch ist, besitzen wir einen “gefälschten“ Glauben wenn wir mit unserem Vater in bestimmten Dingen verhandeln. Diese Art von Glauben sieht gut aus und neigt dazu, sozial akzeptabel zu sein, doch er ist schwach und ineffektiv wenn wir mit unserem Vater im Himmel in Beziehung treten.
 
Aufgrund dieser “westlichen” Mentalität des Blutsbundes finden wir in der heutigen Gemeinde zwei Arten von Glauben. Die eine Art basiert auf dem antiken Verständnis des Blutsbundes aus dem Mittleren Osten und die andere auf dem „westlichen“ Verständnis. Die westliche Interpretation besagt, dass der Blutsbund in der Bibel lediglich ein Übereinkommen oder eine Art Vertrag ist. Sie definiert die “Souveränität” Gottes neu indem sie erklärt, dass Gott tut was immer er will und sich nie an irgendeine Art von “Bund” gebunden hat. Die Verfechter dieser westlichen Sichtweise verleugnen nie die Existenz von Gottes Bund, erklären jedoch, dass Gott sich nicht in einer speziellen Bindung daran befindet – was nichts als geistlicher Unsinn ist. Sie sagen, Gott als an ein solches Übereinkommen gebunden zu betrachten sei eine Verletzung seiner Souveränität. Den Begriff „Souveränität Gottes“ hört man oft in der Verteidigung der westlichen Interpretation von Bund. Das Wort „Souveränität“ bedeutet
uneingeschränkt in Macht
und Autorität
. Viele Christen  interpretieren in diese Definition die Bedeutung hinein, dass Gott tut was immer er will und niemandem und nichts unterworfen ist weil er ja eben „souverän“ ist. Gott kann dich entweder krank machen oder heilen – es kommt eben ganz darauf an, was er gerade tun will. Da Gott nicht an einen „Bund“ gebunden ist, kann er dich mit Krebs schlagen um dich Frömmigkeit, Heiligkeit oder sonst eine verborgene Lektion zu lehren. Das spiegelt in der Tat die Überzeugung einer Mehrheit bekennender Christen wider. Für sie bedeutet die Einnahme jeder anderen Position zu Gottes Souveränität, seine Souveränität in Frage zu stellen – aber ist das wirklich so?
 
Wusstest du, dass Deutschland eine “souveräne Nation” genannt wird? Diese „Souveränität“ bedeutet ebenfalls
uneingeschränkt in Macht und Autorität. Es bedeutet, dass Deutschland die uneingeschränkte Macht und Autorität innerhalb seiner eigenen Grenzen hat. Bedeutet das, dass die Regierung innerhalb der Grenzen Deutschlands tut was auch immer sie will? Nein. In Deutschland gibt es ein Dokument namens Verfassung. Dieses Dokument erlegt der Regierung gewisse Beschränkungen auf und garantiert den Bürgern gewisse Rechte und Privilegien. Diese Rechte sind dazu gedacht, das Volk vor Missbrauch durch die eigene Regierung zu schützen. Die Verfassung macht Deutschland deshalb aber nicht zu einer weniger „souveränen“ Nation.
 
Das Wort Gottes sagt uns, dass es einen Blutsbund gibt, den Gott initiiert und an den er sich selbst gebunden hat. Weil es Gott war, der ihn initiierte und die Bedingungen dieses Bundes festlegte, wird seine Souveränität davon nicht berührt. Es war seine eigene, „souveräne“ Entscheidung, uns diese Rechte zuzugestehen. Dieser Blutsbund garantiert den Gläubigen an Jesus Christus bestimmte Rechte und Privilegien und ist die Basis für unseren Glauben an Gott. Aufgrund der Existenz dieses Bundes können wir „Glauben haben“, dass Gott bestimmte Dinge tun wird, weil es ein “Blutsschwur” ist, der sich für immer auf das Blut von Jesus Christus gründet. Das Blut Gottes selbst hat diesen Bund versiegelt und es ist dieses Blut, das zur Sicherheit der Verheißungen wird (Hebräer 7:22). Aus diesem Grund ist es unsere Aufgabe, zu lernen, was unsere Verantwortungen sind und wie wir das empfangen können, was uns durch den Bund verheißen ist. Wahrer biblischer Glaube beweist sich immer dadurch, dass man die Antwort empfängt wenn man betet, noch bevor das Erbetene tatsächlich da ist. Nun kannst du die Worte Jesu in Markus 11:24 besser verstehen:
 
"Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubt, dass ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden!"
 
Das westliche Bundesverständnis sagt jedoch etwas anderes. Es sagt, dass Gott tut was auch immer er will und dass er an keinen Bund gebunden ist. Dieses Verständnis bringt das hervor, was ich „passiven Glauben“ nenne. Diese Art von Glauben ist eine Fälschung, was bedeutet, dass er “geistlich” und fromm aussehen mag, jedoch nicht das Echte ist. Jemand, der mit dieser Art von Glauben betet, sagt vielleicht so etwas wie: "Es könnte ja nicht Gottes Wille sein, mich zu heilen. Vielleicht will er, dass ich krank bleibe damit ich noch abhängiger von ihm werde" oder "Vielleicht wird mir Gott in seiner Weisheit lieber nicht das geben, worum ich gebeten habe" oder "Gott, bitte heile mich doch, wenn es dein Wille ist." Diese Art von Gebet wird durch einen Mangel an Erkenntnis über unseren Bund mit Gott verursacht.
 
Kürzlich hörte ich, wie ein sehr bekannter Bibellehrer seine “Besorgnis” um Christen zum Ausdruck brachte, die glauben, Gott würde ihnen das geben, worum sie beten. Die Bücher dieses Mannes sind sehr populär und sind in den meisten christlichen Buchhandlungen zu finden. Er sagte weiter, er sei der Überzeugung, wenn Gott uns wirklich geben würde um was wir bitten sei es eines der schrecklichsten Dinge, die uns passieren könnten. Er sagte, statt Gott zu bitten, uns das zu geben was wir haben wollen oder brauchen, sollten wir ihn lieber bitten, “das Richtige zu tun.“ Nun, diese Art von Denken mag nach einer guten und demütigen religiösen Praxis klingen – aber stimmt es mit dem überein, was die Bibel lehrt? Hat Jesus in Markus 11:24 gesagt: „Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubt, dass Gott schon das Richtige tut, so werdet ihr das Richtige bekommen?” Nein. Wenn wir die Worte Jesu in Johannes  14:13-14 lesen, sehen wir, dass dieser Lehrer etwas sagt, was der Bibel direkt widerspricht. Diese Art von Lehre bewirkt, dass Christen einen ohnmächtigen Glauben haben.
 
"Und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohn. Wenn ihr etwas in meinem Namen bitten werdet, so werde ich es tun."
 
In Johannes 15:7 sagt Jesus wieder:
 
"Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, mögt ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren."
Gott will, dass wir in einer Position des “Wissens” sind wenn es um die Beantwortung unserer Gebete geht. Du wirst feststellen, dass ein großer Teil moderner “christlicher” Lehre speziell dazu geschaffen ist, die biblische Art von Glauben zu zerstören – einen Glauben, der auf einem Blutsbund beruht – und ihn durch einen gefälschten (passiven) Glauben zu ersetzen, der auf “Theologie” und menschlicher Logik beruht.
 
In 4. Mose Kapitel 13 wies Gott Mose an, zwölf Männer, einen von jedem Stamm Israels, auszusenden um das Verheißene Land auszukundschaften (das Land, das Gott Abraham durch einen Blutsbund verheißen hatte). Diese Männer wurden ausgesandt um Informationen über die Stärke der Bewohner des Landes und seiner Ressourcen zu sammeln. Bei ihrer Rückkehr verunsicherten zehn der Spione das gesamte Volk Israel durch einen negativen Bericht. Diese zehn Männer erzählten jedem, aufgrund der starken, befestigten Städte sei es für Israel unmöglich, dieses Land zu erobern. Sie erzählten weiter, die Bewohner des Landes seien überwältigend groß und seien im Vergleich zu Israel wie “Riesen” erschienen. Im Natürlichen schien alles was sie sagten korrekt zu sein. Nur zwei Männer, Josua und Kaleb, versuchten das Volk davon zu überzeugen, dass sie in der Lage sein würden, das Land einzunehmen. Sie gründeten ihre Schlussfolgerung nicht auf die äußerliche Erscheinung der Situation, sondern auf das, was Gott verheißen hatte. Das Volk beschloss aber, auf die „Mehrheit“ zu hören, die gesagt hatte, es sei unmöglich.
 
Der hier illustrierte Konflikt heißt Blutsbund kontra menschliche Logik. Josua und Kaleb waren Männer des Blutsbundes. Sie wussten, dass Gott Israel dieses Land gegeben und es Abraham in einem Blutsschwur geschworen hatte. Josua und Kaleb wussten, das Zustandekommen konnte gar nicht versagen. Die anderen zehn Spione respektierten die Tatsache nicht, dass Gott sich diesem Bund verpflichtet hatte. Sie basierten ihren Erfolg oder ihr Versagen auf die „Umstände“ und Israels militärische Fähigkeit, das Land einzunehmen. Sie zogen Gottes Part in der Angelegenheit gar nicht in Betracht. Die zehn Spione überzeugten die ganze Versammlung Israels davon, sich auf ihre Seite zu stellen. Meine Besorgnis angesichts der modernen, institutionellen Gemeinde ist, dass die Mehrheit selten Recht hat. In diesem Fall hatten nur zwei von zwölf Männern Recht, doch es wurde nicht auf sie gehört. Als Folge dessen, dass sie der Mehrheit folgten, richtete Gott die gesamte Nation Israel. Er ließ sie durch die Wüste wandern bis diese Generation ausgestorben war. Als Gott es Israel schließlich etwa 40 Jahre später gestattete, hinein zu gehen und das Land in Besitz zu nehmen, waren nur Josua und Kaleb immer noch am Leben und hatten die Freude, Gottes Bundesverheißung an Abraham zustande kommen zu sehen! Es ist interessant und bemerkenswert, dass den Unterschied zwischen einem negativen Bericht und einem richtigen Bericht Josuas und Kalebs Verständnis von Prinzipien des Blutsbundes ausmachte. Es ist auch interessant, dass die Bibel Josua und Kaleb als große Männer des Glaubens beschreibt. Es ist meine Beobachtung, dass der Glaube dieser Männer aus derselben Quelle kam wie Abrahams Glaube – aus dem Blutsbund. Gott beruhigte Abrahams Zweifel über sein Erbe des Landes indem er einen Bund mit ihm schloss – und derselbe Bund war der Anker und die Grundlage für den Glauben von Josua und Kaleb. Sie wussten, dass sie das Land einnehmen konnten.
 
Aus diesem Beispiel habe ich die 20/80-Regel abgeleitet. Bei der Beobachtung der Aktionen der modernen, institutionellen Gemeinde habe ich festgestellt, dass mehr als 80% der bekennenden Christen die biblische Position über den Bund ablehnen und stattdessen menschliche Logik und „Theologie“ als ihre Leitprinzipien annehmen. Das meiste, was heute über Glauben gelehrt wird, ist ein “passiver”, gefälschter Glaube, basierend auf dem “westlichen” Verständnis von der Natur des Bundes. Das Wort „passiv“ beschreibt den geistlichen Zustand, in den es einen Gläubigen versetzt. Eine Person mit passivem Glauben versäumt es, beim Vorbringen von Gebetsanliegen persönliche Verantwortung zu übernehmen. Diese Haltung verlagert auf subtile Weise alle Schuld für unbeantwortetes Gebet auf Gott. Wenn ihre Gebete nicht erhört werden, sagen solche Leute: “Es muss nicht Gottes Wille gewesen sein.“ Sie denken nie darüber nach, ob sie vielleicht von Anfang an nicht den biblisch geforderten Bedingungen für die Gebetserhörung entsprochen haben – etwa so zu beten wie Jesus es uns in Markus 11:24 aufgetragen hat. Das westliche Verständnis von der Natur des Bundes ist eine populäre Lehre und leicht im christlichen Radio und in christlichen Buchhandlungen zu finden. Einige der am meisten verehrten und bekanntesten Prediger der Gemeinde lehren es als Wahrheit. Einige Christen sind verwirrt von dem, was in der heutigen Gemeinde vorgeht. Viele wollen im Geheimen wissen, warum Gott jetzt anders zu sein scheint als er in der Bibel ist. Die Antwort ist kein Geheimnis. Gott ist immer noch derselbe wie zuvor. Er hat sich nicht verändert. Wir sind diejenigen, die sich verändert haben. Indem wir es zulassen, dass religiöses Denken die Definition der Natur des Bundes verändert, haben wir die eigentliche Grundlage für unseren Glauben verloren. Der Jakobusbrief sagt, ohne die biblische Art von Glauben "...denke er nicht, dass er irgendetwas vom Herrn empfangen wird.” (Jakobus 1:6-7). Das Problem liegt in der Art von Glauben, den wir haben und worauf sich unser Glaube gründet. Verändere die Bedeutung unseres Blutsbundes mit Gott und du zerstörst die biblische Art von Glauben.
 
In Matthäus Kapitel 14 sehen wir ein weiteres Beispiel für biblischen Glauben in Aktion. Beginnend in Vers 22 sehen wir, dass Jesus seine Jünger per Schiff über den See schickte während er selbst die Menschenmenge entließ nachdem er die Fünftausend gespeist hatte. In der vierten Nachtwache geriet das Boot in einen Sturm und wurde von den Wellen hin und her geworfen als Jesus auf dem Wasser auf sie zukam. Du kannst die ganze Begebenheit selbst nachlesen, doch wir wollen uns hier auf das fokussieren, was Petrus in dieser Situation tat. Petrus sah Jesus auf dem Wasser kommen und sagte: "Herr, wenn du es bist, dann sage, dass ich auf dem Wasser zu dir kommen soll.“ Jesus sagte nur ein Wort zu Petrus: “Komm!” Petrus stieg inmitten des Sturms aus dem Boot und ging auf dem Wasser. Doch fast sofort geschah etwas. Petrus begann erfolgreich indem er das Wort von Jesus annahm, zu „kommen“. Solange der Glaube von Petrus auf das ausgerichtet blieb, was Jesus gesagt hatte, konnte er dasselbe tun wie Jesus – auf dem Wasser gehen. Petrus’ Glaube wurde jedoch von dem abgelenkt, was Jesus gesagt hatte und er fokussierte sich auf den heftigen Wind. Menschliche Logik übernahm an diesem Punkt das Ruder und Petrus begann zu sinken. Menschliche Logik sagte zu Petrus: “Schau nur auf den Wind – schau nur auf den Sturm – schau nur wo du stehst – das ist unmöglich!“ Die Bibel berichtet uns, dass Jesus ihn ergreifen musste bevor er unterging. Jesus wies Petrus zurecht indem er zu ihm sagte: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?" Jesus sagte, Petrus hatte “Kleinglauben”. Ich weiß von niemandem in der modernen Gemeinde, der auch nur einen Schritt auf dem Wasser gehen könnte und doch tat Petrus (als ein sterblicher Mensch) genau das – und das ist das wahre Wunder in der Geschichte. Wenn Petrus „Kleinglauben“ hatte, wo stehen wir dann in der Gemeinde heute? Meistens lenken Prediger unsere Aufmerksamkeit auf Petrus’ Worte: “Herr, rette mich!“ Sie ziehen diesen Vorfall als etwas heran, das unser Bedürfnis nach Erlösung illustriert. Obwohl das nicht unbedingt schlecht ist, müssen wir auch sehen, dass dieses Wunder uns eines der deutlichsten Bilder über das Wesen wahren, biblischen Glaubens zeigt. Es ist auch wichtig zu sehen, dass Petrus der einzige war, der aus dem Boot stieg. Die anderen elf Jünger trauten sich nicht einmal, es zu versuchen! Was hättest du getan, wenn du dort gewesen wärest?
 
Aus diesem Beispiel können wir noch eine weitere wichtige Lektion lernen. Beachte sorgfältig, dass Jesus durch seine Aufforderung “Komm!” deutlich zum Ausdruck brachte, dass es sein Wille für Petrus war, auf dem Wasser zu gehen. Jesus wollte, dass Petrus Erfolg dabei hatte. Wenn das so ist – warum sank Petrus dann? Die Mehrheit in der Gemeinde nimmt fälschlicherweise an, wenn etwas Gottes Wille ist, dann wird es auch automatisch geschehen! Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Jesus sagte, dass Petrus’ Versagen auf “Kleinglauben” zurückzuführen war. Wie kann das sein, wenn Gott doch immer tut was er will und durch nichts und niemanden limitiert ist? Jesus wollte eindeutig, dass Petrus auf dem Wasser ging. Das Argument, dass Gott tut was immer er will, trägt nicht in diesem Beispiel und bewahrheitet sich auch nicht in anderen biblischen Beispielen wie bei der Heilung der Frau mit dem Blutfluss durch die Berührung von Jesu Gewand. Jesus sagte: "Tochter, sei guten Mutes. Dein Glaube hat dich geheilt." (Lukas 8:43-48) Wenn diese Dinge wahr sind erwartet Gott einen aktiven Glauben von uns, keinen passiven. Ein Christ mit einem aktiven Glauben erkennt, dass er im Gebetsprozess auch eine Verantwortung hat. Er versteht, dass geistlicher Erfolg oder Versagen eine Menge mit dem Zustand seines Glaubens zu tun haben. Es ist nicht so, dass wir Gott vorschreiben, wie er unsere Gebete zu beantworten hat, wie einige einwenden. Vielmehr ist es so, dass wir Gottes Wegen gehorsam sind.
 
Wenn du dir die Beispiele von Petrus auf dem Wasser und den zwölf Spionen anschaust, kannst du sehen, dass wahre, von Glauben erfüllte Bundespersonen gering in ihrer Zahl sind und gewöhnlich von der religiösen Gemeinschaft als Fanatiker oder Irrlehrer verfolgt werden. Da Jesus von den religiösen Führern seiner Tage ebenfalls als Irrlehrer bezeichnet wurde, kann man es in diesem Bereich meines Erachtens als etwas Positives betrachten, als Irrlehrer zu gelten. Ich wäre jederzeit lieber in derselben Gruppe wie Jesus.
 
Ich zitiere diese biblischen Beispiele um einen bestimmten Punkt zu illustrieren. Zunächst einmal wird biblischer Glaube durch Empfangen demonstriert. Glaube ist eine richtige Reaktion auf Gottes Wort und diese richtige Reaktion ist eine des Empfangens. Josua und Kaleb empfingen das Einnehmen des Verheißenen Landes bevor sie es tatsächlich hatten. Ihr Glaube basierte auf Gottes Verheißung, die er durch einen Blutsbund gegeben hatte. Petrus empfing Jesu Wort „Komm!“ Er nahm Jesu Wort als wahr an und demonstrierte, dass er sein Wort empfangen hatte indem er mitten auf dem See aus dem Boot stieg – inmitten eines gewaltigen Sturms. Es ist diese Art von biblischem Glauben, nach der Gott Ausschau hält. Für unser weiteres Studium müssen wir im Kopf behalten, dass Glaube an das Blut des Sohnes Gottes der einzige Weg ist, wie es funktioniert. Ohne diese Art von Glauben wird dir der Neue Bund in Christi Blut nichts nützen. Hebräer 4:1-2 sagt uns:
 
"So lasst uns nun fürchten, dass nicht etwa, während doch eine Verheißung zum Eingang in seine Ruhe hinterlassen ist, jemand von euch als zu spät gekommen erscheine! Denn auch uns ist die gute Botschaft verkündigt worden, gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half jenen nicht, weil es durch die Hörer nicht mit dem Glauben verbunden wurde."
 
Ein Charakteristikum eines “Bundesmenschen” ist seine Kühnheit. Wenn lauwarme Christen in Kontakt mit jemandem kommen, der auf den Blutsbund von Jesus Christus gegründeten Glauben hat, ist die erste Reaktion, diese Person als stolz und egoistisch zu brandmarken. Ego ist die Fälschung der Welt von Bundesglauben. Erinnere dich: Fälschungen sehen dem Original täuschend ähnlich. Wenn du diese beiden Denkweisen nebeneinander stellst sehen sie sich ähnlich. Doch das Ego ist darauf gegründet, was „Ich“ tun kann. Biblischer Glaube ist auf das gegründet, was Gott bereits getan hat. Das eine ist selbstzentriert und das andere Gott-zentriert.
 
Die religiöse Gemeinschaft beschuldigt Menschen des Glaubens oft eines Mangels an Demut.
Webster's Lexikon definiert Demut als einen Mangel an Selbstbehauptung. Ein Christ mit biblischer Demut hat Selbstbehauptung durch Gott-Behauptung ersetzt. Diese Art von Person mag oberflächlich betrachtet als das ganze Gegenteil dessen erscheinen, was die Welt „demütig“ nennen würde. Seine “Behauptung” kommt jedoch nicht aus dem “Selbst.” Sie kommt von Gottes Heiligem Geist und kann manchmal sehr aggressiv sein. Eine biblisch demütige Person vergisst nie, dass alles was sie ist auf einem unverdienten Geschenk Gottes beruht. Ein Christ mit wahrer Demut ist mehr damit befasst wer er “in Christus” ist als wer er “ohne Christus” ist.
 
Das beste Beispiel dieser Mentalität kann man bei David und Goliath sehen. David war ein von Glauben erfüllter junger Mann mit einem Sinn für den Bund. Obwohl du die Geschichte schon oft gehört haben magst, versuche dieses Mal die verborgene Lektion in diesem Beispiel aus 1. Samuel Kapitel 17 zu erfassen.
 
Saul war König und hatte in seinem Kampf gegen die Philister eine Sackgasse erreicht. Goliath, von riesiger Gestalt, stand Sauls Sieg im Weg. Dieser "Champion" der Philister besaß einen bronzenen Helm, einen Kettenpanzer von unglaublichem Gewicht, eine bronzene Rüstung an seinen Beinen, einen bronzenen Speer mit einer schweren Eisenspitze und einen Schildträger, der vor ihm her ging. Mit anderen Worten: dieser Kerl war wirklich Furcht erregend! Goliath war so einschüchternd, dass die Bibel in Vers 11 sagt, dass Saul und ganz Israel bestürzt waren und große Angst vor ihm hatten. Denke daran, dass dies militärische Profis waren. Goliath griff an und bot den Armeen Israels die Stirn indem er sagte: "Gebt mir einen Mann, damit wir gegeneinander kämpfen." Wenn Goliath den Kampf gewinnen würde, sollte das Volk Israel zu Dienern der Philister werden. Niemand, noch nicht einmal König Saul, hatte den Mut, es mit Goliath aufzunehmen.
 
Doch es geschah etwas, das die ganze Situation veränderte. Ein Hirtenjunge von etwa 16 Jahren betrat die Szene. Es ist wirklich nichts Besonderes an diesem Jungen namens David, außer dass er Gott kennt und die Natur des Bundes versteht.  Die Bibel nennt David einen „Mann nach dem Herzen Gottes.“ Vierzig Tage lang präsentierte Goliath sich jeden Morgen und Abend und sprach Worte aus, die die Armeen Israels bestürzten. Als David die Worte Goliaths hörte, regte sich etwas in ihm. David erklärte den Umstehenden: "Für wen hält sich dieser unbeschnittene Philister, dass er die Armeen des lebendigen Gottes beleidigt?" Infolge dessen wurde David vor König Saul zitiert. David sagte zu Saul: "Es entfalle keinem Menschen das Herz um seinetwillen; dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen!" David sagte weiter: " Also hat dein Knecht den Löwen und den Bären geschlagen. So soll nun dieser Philister, der Unbeschnittene, sein wie derselben einer; denn er hat die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt!" David erklärte: "Der Herr, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, wird mich auch von diesem Philister erretten!" Saul versuchte David davon zu überzeugen, von diesem Vorhaben abzulassen, stimmte jedoch letztendlich zu und sagte: "Geh hin, der Herr sei mit dir!"
 
In Vers 42 sieht Goliath David und die Bibel sagt, dass er ihn aufgrund seiner Jugend verachtete. Goliath sagte zu David:
 
"Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes geben!"
 
Diese Drohung machte überhaupt keinen Eindruck auf David. Er antwortete:
 
"Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Wurfspieß; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, die du verhöhnt hast! An diesem heutigen Tag wird dich der Herr in meine Hand liefern, dass ich dich schlage und deinen Kopf von dir nehme und deinen Leichnam und die Leichname des Heeres der Philister den Vögeln unter dem Himmel und den wilden Tieren der Erde gebe, damit das ganze Land erfahre, dass Israel einen Gott hat. Und diese ganze Gemeinde soll erfahren, dass der Herr nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Kampf ist des Herrn Sache, und Er wird euch in unsere Hand geben!"
 
In Vers 48 sagt die Bibel:
 
"Als sich nun der Philister aufmachte und daher kam und sich David näherte, eilte David und lief gegen die Schlachtreihe, auf den Philister zu."
 
Wir alle wissen, wie diese Sache endete. David tötete nicht nur Goliath, sondern bereitete an diesem Tag auch die Bühne für Israels vollkommenen Sieg über die Philister.
 
Was war hier vorgegangen? Wir haben Tausende von Kriegsmännern in der Armee Israels und nicht einer von ihnen hatte diese Art von Zuversicht, einschließlich des Königs. War David anmaßend? War er nur irgendein schelmischer Teenager mit einem zu großen Ego? Wenn du den Bericht in 1. Samuel Kapitel 17 liest wirst du feststellen, dass dies genau das ist, was seine Brüder dachten. Woher kam Davids Kühnheit? Sie kam von seinem Wissen um den Bund. Untersuche Davids Worte und lies dann Psalm 91. Er nennt dir einige der Vorkehrungen dieses Bundes. Eine davon lautet, dass wenn ein Feind gegen dich ankommt “Tausende zu deiner Linken fallen werden und Zehntausend zu deiner Rechten, aber dich wird es nicht treffen." Daher kamen der Glaube und die Zuversicht Davids. Es war Bundesglaube. David wusste etwas über Gott, was die Soldaten nicht wussten. Davids Glaube war nicht auf einen Gott gegründet, der ständig die Regeln ändert, so dass man nicht wissen kann, was er als nächstes tun wird. Davids Glaube richtete sich auf den Gott des Bundes. Der Autor des Hebräerbriefs sagt den Gläubigen des Neuen Testaments, dass der Bund von Jesus Christus ein besserer Bund ist, der auf besseren Verheißungen beruht! Das bedeutet, das wir etwas haben, das besser und sicherer ist als das Alte Testament oder der Alte Bund, auf das wir unseren Glauben gründen können. (Hebräer 8:6).
 
Bis hierher haben wir über das gesprochen, was ein gleichwertiger Bund ist, d.h. die beiden Bundesparteien weisen eine Ausgewogenheit in ihren Aktivposten und Verbindlichkeiten auf. Bündnisse werden oft aus diesem Grund geschlossen. Ein Stamm, der in einem bestimmten Bereich schwach ist, verbindet sich mit einem anderen Stamm, der in dem entsprechenden Bereich stark ist. Das ist besonders wichtig wenn eine Bedrohung durch einen Feind vorliegt. Auf diese Weise profitieren beide Parteien von der Stärke des jeweils anderen.
 
Doch es gibt noch eine andere Art von Bund, bei dem keine Ausgewogenheit vorliegt. Die eine Partei hat absolut nichts und die andere verfügt über einen Überfluss an Ressourcen. Diese Art von Bund wird gewöhnlich aufgrund einer Liebe geschlossen, die derjenige mit dem Überfluss für denjenigen empfindet, der nichts hat. Derjenige mit dem Überfluss übernimmt eigentlich das gesamte Geben. Derjenige, der nichts hat, braucht nur zu nehmen. Es ist ein ungleiches Arrangement und unsere natürliche Reaktion besteht darin, so etwas als unfair gegenüber demjenigen mit dem Überfluss zu betrachten. Das griechische Wort für diese Art von Bund ist "Diatheke." Ich fand es sehr interessant, dass das Wort für „Bund“ in Lukas 22:20, wo Jesus sagt "Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird" das griechische Wort "diatheke" ist. Der neue Bund von Jesus Christus ist ein ungleicher Bund, in dem Gott derjenige ist, der alles bereitstellt – und unsere Aufgabe ist es, anzunehmen was er bereitstellt. Johannes 3:16 kommt mir in den Sinn wenn wir über dieses Thema sprechen: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." Eine weitere Schriftstelle, die dazu passt, finden wir in Römer 8:32 "Welcher sogar seines eigenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?" Diese Art von Denken bringt uns an einen Punkt der Freiheit. Es ist gute Nachricht – die gute Nachricht des Evangeliums. Der Weg der Religion bringt Gebundenheit. Er verzerrt und pervertiert das Evangelium zu etwas, das es nie sein sollte. Vielleicht können wir jetzt zu verstehen beginnen, über was Jesus in Johannes 8:32 sprach:
 
"Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!"
 
Viele in der Gemeinde haben nie “die Wahrheit“ gehört. Denke immer daran, dass die gefälschte Wahrheit Gebundenheit bringt, doch echte, biblische Wahrheit bringt Freiheit. Ich glaube, dass die Proklamation des falschen Evangeliums der Hauptgrund dafür ist, dass viele die Gemeinde verlassen haben und desillusioniert sind bezüglich der Dinge Gottes. Wenn das der Punkt ist, an dem du heute stehst, dann haben wir gute Nachricht für dich.
 
 
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Der Blutsbund – Schlüssel zum Verstehen des Evangeliums


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